Bild von dem Gesicht einer Frau

Informationen Frauenhandel und Zwangsprostitution

Frauenhandel und Zwangsprostitution

Frauenhandel

Unter Frauenhandel wird sowohl der Handel in die Prostitution, als auch der Handel in die Ehe oder in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse verstanden. Frauen werden mittels Zwang, Gewalt oder Täuschung im Zielland zur Aufnahme oder Fortsetzung von Tätigkeiten gezwungen, und ihnen wird nicht die Möglichkeit gegeben, diese Tätigkeiten zu beenden. Hintergründe für den Frauenhandel sind der ökonomische Druck in den Herkunftsländern, restriktive Ausländergesetze sowie die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften, nach sexuellen Dienstleistungen und Machtausübung vor allem in den westlichen Ländern.

Frauenhandel findet in den Bereichen statt, die traditionell als Frauenarbeit angesehen werden. Dabei sind Hausarbeit und Sexgewerbe die einzigen Bereiche, in denen Frauen noch problemlos Arbeit finden und in denen es die wenigsten Arbeitsgesetze und -verordnungen gibt. In diesen fast rechtsfreien Räumen greifen Arbeitsschutzregelungen kaum. Frauenhandel und sklavereiähnliche Bedingungen treten vorwiegend im informellen Arbeitsmarkt auf, d. h. in der Prostitution, im Gastronomiebereich, bei Hausangestellten und auf dem kommerziellen Heiratsmarkt.

Nach Angaben der Europäischen Kommission werden jedes Jahr etwa eine halbe Million Frauen aus aller Welt unter Versprechungen auf legale und gut bezahlte Arbeit in die Länder der europäischen Union gelockt bzw. verschleppt. Mädchen und Frauen werden in den Herkunftsländern für Tätigkeiten als Kellnerin, Tänzerin, Köchin, Au-pair Mädchen, Fotomodell etc. angeworben. Vielfach werden sie dann durch Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Körperverletzung zur Prostitution gezwungen. Polizeiliche Schätzungen besagen, dass etwa 25% der Prostituierten in Deutschland aus Osteuropa stammen.

Zwangsprostitution

Frauenhandel durch organisierte Schlepperbanden

nimmt weltweit zu. 1995 wurden nach Schätzungen des IOM (Internationales Amt für Wanderungsbewegung) rund 500.000 Frauen zumeist illegal in EU-Länder eingeschleust. Dabei ist eine Zunahme von Frauen aus Osteuropa zu verzeichnen, was u. a. auf die Grenzöffnungen und die kürzeren und damit billigeren "Transportwege" zurückzuführen ist.

Definition Frauenhandel

"In der Mitteilung der Kommission "Einbindung der Chancengleichheit in sämtliche politischen Konzepte und Maßnahmen der Gemeinschaft" wird Frauenhandel definiert als "das Verschleppen von Frauen aus Drittländern in die Europäische Union zum Zwecke sexueller Ausbeutung". Opfer von Frauenhandel mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung sind dabei Frauen, die durch Einschüchterung oder mit Gewalt zur Prostitution gezwungen werden. Dabei ist eine etwaige ursprüngliche Einwilligung der Frauen insofern unbedeutend, als dass einige Frauen zwar wissen, dass sie als Prostituierte arbeiten werden, dann aber erkennen müssen, dass sie ihrer menschlichen Grundrechte beraubt und unter sklavenähnlichen Bedingungen "gehalten" werden."

Die Situation dieser Frauen ist geprägt durch ständige Ängste und Gewalt.

Reichen Drohungen und Einschüchterungen nicht aus, sind Vergewaltigung und körperliche Gewalt Mittel, um sie weiterhin zur Prostitution zu zwingen. Ein illegaler Aufenthaltsstatus, fehlende Papiere und keine oder wenig Sprachkenntnisse untermauern die Abhängigkeit. Drohungen, die Familie im Herkunftsland über die Tätigkeit zu informieren oder Gewaltandrohungen gegen die Familie verstärken die Ängste.

Anhörung des EU-Rates 2001

Auf der Anhörung des EU-Rates in Paris 2001 zum Thema Frauenhandel mit Osteuropäerinnen berichteten ExpertInnen und PolitikerInnen über die Situation von Zwangsprostituierten. Den Berichten zufolge werden Frauen auf Auktionen meistbietend in die Prostitution verkauft. So kostet eine Frau in Moldavien beispielsweise 150 Dollar, bei der Ankunft in Italien 5.000 Dollar. Monatlich müssen die Frauen dann 25.000 Dollar erwirtschaften. Zuhälter und Schlepper sind in Banden mafiaähnlich organisiert und erzielen Höchstgewinne sowohl mit dem Handel der Frauen, als auch durch deren direkte sexuelle Ausbeutung. Neuerdings werden gezielt schwangere Frauen verschleppt. Auch sie werden zur Prostitution gezwungen und über den Verkauf der Säuglinge werden weitere Gewinne erzielt.

international organisierte Kriminalität

Frauenhandel mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung ist ein Bereich der international organisierten Kriminalität, der weltweit zunimmt. Bei relativ geringem Risiko für die Schlepper werden Gewinne in Milliardenhöhe gemacht. Die weltweiten Gewinne, die mit Frauenhandel und Zwangsprostitution gemacht werden, sind mittlerweile höher als die im Drogenhandel und illegalem Waffenhandel.

Ein weiterer Markt für Zwangsprostitution sind Kriegs- und Krisengebiete. Frauen werden in diese Gebiete verschleppt und in Bordellen zur Prostitution gezwungen (siehe auch Vergewaltigung im Krieg).